20190218

AUSDEHNUNG DER STILLE Soloausstellung

Ausstellung vom 1. März bis 13. April
Vernissage am Freitag den 1. März, ab 19 Uhr
Jahn-Galerie (im Tapetenwerk), Lützner Str. 91 - Leipzig

und folgend, ein paar Worte zur Ausstellung:

>>still: Das westgerm. Adjektiv ist eine Bildung aus >stellen< und bedeutete ursprünglich >stehend, unbeweglich< (so in den erst nhd. zusammengerückten Verbindungen >stillstehen, -sitzen, -halten< usw.) Schon im Ahd. wird das Adjektiv auch in der Bedeutung >ruhig, schweigend, verborgen< gebraucht (beachte Fügungen wie >stillschweigen, stillschweigend und im Stillen, unbemerkt<) 

– Duden: Herkunftswörterbuch
AUSDEHNUNG DER STILLE

Die Stille verstehen wir in der Regel als Abwesenheit von Geräuschen, oder eher noch, als eine kaum merkliche Anwesenheit dieser. Ihre völlige Abwesenheit ist eine Utopie, an die wir uns nur annähern können. Gleich wie weit wir auch alle Geräusche um uns herum reduzieren, solange wir noch hören können, so lang werden wir auch unseren Atem und das Rauschen unserer Körper am Ende dieser Geräuschreduktion entdecken müssen und zumeist ist da noch viel mehr. 
In dem Wort Stille verbindet sich die Sphäre der Geräusche mit der der Bewegungen. Seine sprachliche Wurzel liegt dabei im Wort stellen. So wie schon das Stellen einer Bewegung bedarf, um zur Ruhe zu gelangen, so braucht auch die Stille die Geräusche, den Trubel und die Bewegungen um sich innerhalb von ihnen abzugrenzen. Sie bedeutet eine Zäsur im Metrum der Ereignisse um uns. Sie ist gleichermaßen Sehnsuchtsort des Privaten, als auch Dystopie unserer gegenwärtigen ökonomischen Ordnung.

Auch in Lucian Patermanns Werken können wir der Verbindung der Sphären von Bewegung und Geräusch in vielerlei Hinsicht begegnen und auch seine Auseinandersetzung mit der Sprache findet in der Ausdehnung der Stille eine Fortsetzung. Mit der Auswahl von Werken, die er nun vorstellt, unternimmt er selbst jedoch eine Zäsur in seinem Schaffen. Zu seinem Kanon der Bewegungen treten Werke hinzu, in denen er sich der Komposition von Farbräumen widmet, welche zwischen strikter geometrischer Struktur und beinahe landschaftlichen Eindrücken korellieren. Die physischen Eigenschaften seiner Materialien werden dabei selbst zum thematischen Gegenstand. Patermanns zentrale Bildfiguren entwickeln sich darin weiter, sind im Begriff zu verschwinden und mancherorts sind sie bereits verschwunden. Dort geben sie gewissermaßen den Blick ganz frei für eine neue Sphäre. 

Diesem neuen Kapitel in seinem Werk zu begegnen und es gemeinsam mit uns zu zelebrieren, dazu möchten wir Sie nun herzlich einladen.

Am 1. März ab 19 Uhr laden wir Sie zur Vernissage der ersten Ausstellung 2019 in der Jahn-Galerie.

20180923

FAUNE DE DEUX

"Faune de deux" – Tusche und Chroma Ink auf Zeichenkarton, 50*50cm, 2018

"Faune de deux" – Tusche und Chroma Ink auf Zeichenkarton, 50*50cm, 2018

20180920

MONDKOMPOSITIONEN #7–11

Mondkomposition #7, 40*50cm, 2018


Mondkomposition #8, 40*50cm, 2018
Mondkomposition #9, 40*50cm, 2018
Mondkomposition #10, 40*50cm, 2018

Mondkomposition #11, 40*50cm, 2018

20180912

Ausstellungsansichten vom Herbstrundgang: MARTIN FINK meets LUCIAN PATERMANN

Der Herbst, oder besser gesagt, der Spätsommer hat wieder einmal reichliche Gelegenheiten gegeben zum Kunst- und Kulturgenuss in Leipzig. Ich war gleich an mehreren Standorten mit verschiedenen Werken vertreten. Als Hauptausstellung würde ich dabei die gemeinsame Ausstellung mit meinem langjährigen Freund und Kollegen Martin Fink bezeichnen. Beinahe 12 Jahre lang begegnen wir uns nun schon auf unseren Schaffenswegen. Parallelen zwischen unseren Arbeiten gab es dabei schon bevor wir uns kannten. Und auch wenn wir zum aktuellen Zeitpunkt bei sehr unterschiedlichen Verfahrensweisen gelandet sind, sind gewisse Schnittmengen in unseren Werken noch immer offensichtlich. Nach einer vor allem geographisch bedingten, kleineren Pause unserer künstlerischen Zusammentreffen haben wir nun den Faden wieder einmal aufgenommen und fast 50 Werken zueinander positioniert. 
Die dabei entstandene Ausstellung ist noch bis zum 2. Oktober im Leipziger Rubikon – Ausstellungsraum & Projektatelier zu sehen.




20180911

FALLING - Videoinstallation

Anlässlich der Leipziger Herbstrundgänge war ich eingeladen im Octagon – Raum für Architektur und Urbanes (im Tapetenwerk) auszustellen. An einer Seite des entsprechenden Ausstellungsraums befindet sich eine Wand, an der die Vergangenheit des ehemaligen Industriestandorts deutlich eingeschrieben ist und schnell war klar für mich, dass ich mit dieser Struktur arbeiten möchte. Die Videoinstallation die ich eigens hierfür entwickelt habe, ist eine Animations-Komposition von knapp 15 Minuten (Loop) die nur in Schwarz und Weiß gehalten ist. Anhand eines kleinen Textversatzes habe ich ein Raster gebildet das wiederum eine geometrische Struktur ermöglichte, die mittels verschiedener Helligkeiten und Flächenarrangements zwischen Oberflächenwirkung und räumlicher Wirkung korreliert. Die so entwickelten optischen Transformationen bilden ein zugleich modern, als auch archaisch wirkendes Tableau in dem sich schemenhaft, verschwimmende Schatten bewegen. Mit fortschreitender Zeit können Körper in diesen Schatten erkannt werden. Einzelne Figuren in Schwebezuständen zwischen Entstehen und Verschwinden, zwischen Fliegen und Fallen, zwischen Vision und Nostalgie.




Der für die Installation verwendete Satz ist ein Zitat und geht auf Peter Handkes Gedicht an die Dauer zurück. Die verwendeten Fotos sind in gemeinsamen Sessions mit den TänzerInnen bzw. PerformerInnen Ilana Reynolds, Valentin Schmehl und Tina Hesse entstanden.

20180824

GROSZE MONDKOMPOSITIONEN #1–2

Große Mondkomposition #1, 80*100cm, 2018

Große Mondkomposition #2, 80*100cm, 2018

20180820

Martin Fink meets Lucian Patermann

Die Leipziger Herbstrundgänge geben wieder einmal eine Vielheit von Anlässen für Kunst- und Kulturgenuss und/oder gar einen Extrabesuch in Leipzig. Am Freitag (Abend) geht es im Tapetenwerk los, ehe dann am Samstag (Mittag) auch die Spinnerei eröffnet. Also bis dann! 

20180817

DELET(H)E – Ausstellung in 3 Akten




 AKT 1 - Vernissage Rosenkranz/Patermann  6. Sept. / 19 Uhr

Die Gruppenausstellung untersucht durch unterschiedliche künstlerische Postitionen das Spannungsfeld zwischen bewusstem Löschen und unbewusstem Vergessen von Informationen und erforscht dabei die Grenzen und Möglichkeiten des Hier + Jetzt.

Künstler:  
Konstantin Rosenkranz, Leipzig - Malerei, Skulptur 
Lucian Patermann, Leipzig - Video-/Installation 
Andreas Bonkowski, Berlin - Soundinstallation 
Ronny Valdorf, Leipzig - Gitarre, Loops, FX 
Pina Bettina Rücker, Leipzig - Kristallklangschalen 
Trashpuzzle, Berlin - Live Analog Visuals

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 AKT 2 

13.9. / 19 Uhr - Vernissage Bonkowski mit Konzert
15.9. / 18 Uhr - Konzert aus der Reihe "Sononami" (Ronny Valdorf)
16.9. / 16 Uhr - Konzert aus der Reihe "Sononami" (Pina Bettina Rücker)


 AKT 3  (im Rahmen des Lindenow)

5.10. - Tanz-Performance 
7.10. - Finissage-Konzert mit Live Analog Visuals 

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Öffnungszeiten: Di, Do, Fr / 14 - 18 Uhr

Sonderöffnungszeiten im Rahmen des Herbstrundgangs:
7.9. / 17 - 24 Uhr
8.9. / 12 - 18 Uhr
9.9. / 12 - 16 Uhr

20180816

Videokunst für Max Prosa: "Die Reise des lausigen Kapitäns"

Foto: Frank Drechsler (TheaterNatur 2018)
Meine persönliche Reise mit Max Prosa hat ein neues Kapitel durchwandert. Nach dem Buch "Im Stillen" haben wir nun einen musikalischen Theaterabend zusammen entwickelt, bei dem auch der Musiker Sascha Stiehler zu uns gestoßen ist. Die Reise des lausigen Kapitäns wurzelt dabei in einem Kapitel des Buchs, das wir die Messiaen Variationen genannt haben. Uraufführung und Premiere haben wir am 9. August 2018 auf der wunderbaren Waldbühne Benneckenstein (Harz) im Rahmen des TheaterNatur-Festivals realisiert. Weitere Vorstellungen und eine kleine Tour mit dem Stück sind für 2019 geplant.
Foto: Frank Drechsler (TheaterNatur 2018)

Foto: Frank Drechsler (TheaterNatur 2018)

Foto: Frank Drechsler (TheaterNatur 2018)
Text & Performance: Max Prosa | Musik: Sascha Stiehler | Video-/Installation: Lucian Patermann (u.a. mit Fotografien von Andi Materiell)

20180814

Videokunst für Shakespeares "Der Sturm"

Im Zusammenspiel mit einer Bühne von Daniel Unger habe ich eine Reihe videokünstlerischer "Bild-Räume" und "magischer Sequenzen" entwickelt. Die Bühne gleicht dabei einem Kaleidoskop aus Videoflächen und reflektierenden Oberflächen, die in einem geometrischen Schema eine bewegliche Einheit bilden. Meine bildnerischen Kompositionen sind sowohl als stückbegleitende Komponenten, als auch als selbstständige "Akteure" innerhalb der Erzählung Shakespeares zum Einsatz gekommen. So ist ein umfangreiches Gefüge an interagierender Videokunst im besonderen Ambiente der Wald- und Freiluftbühne Benneckenstein (Harz) entstanden, welches formal eng an die Elementik meiner grafischen und malerischen Arbeit geknüpft ist und sie ein weiteres Mal im Spannungsfeld von Kultur und Natur, von Realität und phantatischer Welt, von Mikro- und Makrokosmos verortet. 










DER STURM – in einer Fassung von Lena Fritschle und Janek Liebetruth

Regie Janek Liebetruth Dramaturgie Lena Fritschle Bühne Daniel Unger
Video Lucian Patermann Kostüme Leah Lichtwitz 
Regieassistenz Gina Wannenwetsch Bühnenbildassistenz Miranda Kahlert Kostümassistenz Jenny Dechêne


BESETZUNG


Prospera Angelika Böttiger Antonio Christian Packbier Ferdinand Gerrit Neuhaus Caliban Lena Stamm Stephano Jan Hasenfuß Miranda Katja Göhler Ariel Vincent Göhre